Unterländer Musiktag 2022

Aktualisiert: 6. Aug.



Nachdem der Zürcher Unterländer Musiktag mangels Organisatoren und aufgrund der Corona-Pandemie drei Jahre in Folge nicht stattfinden konnte, wurde dieser letztes Wochenende endlich wieder durchgeführt. Das liess sich der MVD natürlich nicht entgehen und machte sich auf zur Mission "Titelverteidigung".


Reise nach Embrach

Es ist Sonntagmorgen, 7 Uhr. Nachdem der MVD am Abend zuvor an der Dietliker Kulturnacht das Eröffnungskonzert spielte, finden sich die Mitglieder des MVD weniger als zwölf Stunden später am Bahnhof wieder ein. Der Uhrzeit geschuldet liegt noch etwas schläfrige Stimmung in der Luft. Der Zug fährt ein und die MusikantInnen begeben sich auf den Weg nach Embrach. Dort werden sie am Unterländer Musiktag teilnehmen. Bei diesem Treffen messen sich die verschiedenen Musikvereine aus dem Zürcher Unterland in diversen Kategorien. Zu so einem musikalischen Wettbewerb gehört aber nicht nur das musikalische Kräftemessen, sondern auch das Zusammensein und der Austauschen der BlasmusikantInnen aus dem Zürcher Unterland.


Orientalischer Flair

Spätestens beim Eintreffen im Vorprobelokal, in dem sich die MusikantInnen des MVD gemeinsam einspielen, hat sich die Müdigkeit des Morgens in Aufregung und Vorfreude verwandelt. Ein letztes Mal werden die MusikerInnen auf den Auftritt vorbereitet. Das Wichtigste dabei für Dirigent Daniel Zeiter: Spass haben! Denn so ein Auftritt im Rahmen eines Wettbewerbs geht immer rasant vorbei, sodass man vor lauter Nervosität fast vergisst den Moment zu geniessen.

Das ausgewählte Wettbewerbsstück "Persis"entstammt der Feder des Komponisten James L. Hosay. Dem Titel entsprechend hat es einen orientalischen Touch, welcher dem MVD besonders gut liegt. Zuhörer fühlen sich zurückversetzt in die Welt des alten Persiens. Vor dem inneren Auge entstehen Bilder von farbigen Bazaren und Gebirgslandschaften. Der Komponist bedient sich dabei einigen Klischees, welche Hollywood uns in den letzten siebzig Jahren Filmgeschichte vorgeführt hat. Das passt nunmal zu dem amerikanischen Komponisten!

Sobald der letzte Ton verklungen war, zeigte sich das Publikum begeistert. Vereinzelt kriegen die MusikantInnen ein "Bravo" auf die Bühne zugerufen.

Und was hielt die zweiköpfige Jury vom Vortrag des MVD? In ihrem Feedback wurde besonders die Leidenschaft sowie die technische und rhythmische Präzision hervorgehoben. Die Solisten stachen gekonnt aus dem gesamten Klangbild hervor. Der Funken war übergesprungen! Schon kurz nach dem Auftritt wird das Ergebnis verkündet: 89 von insgesamt 100 Punkten. Das ist eine Leistung, welche im Reglement als "Sehr gut" bezeichnet wird. Da der MVD dieses Jahr in der Kategorie "Konzertmusik 2. Stärkeklasse" einziger Teilnehmer war, gab es leider keine Rangliste. Aber das anschliessende Feedback ist es, was für den Verein und Dirigenten an einem solchen Wettbewerb besonders wertvoll ist – denn: Luft nach oben gibt es immer.


Von Marschmusik und Veteranen

Als sich die Sonne im Zenit befindet begeben sich die MusikantInnen schlendernd in Richtung Festhalle, denn das Mittagessen steht an. Doch da war doch noch was? Genau! Der Wettbewerb ist noch nicht vorbei: Die Marschmusikparade steht noch an. Was normalerweise nicht wirklich der Lieblingsdisziplin einiger Mitglieder des MVD entspricht, wurde am diesjährigen Musiktag ganz anders angegangen. Dirigent Daniel Zeiter, welcher nun rund ein halbes Jahr als fester Dirigent beim MVD ist, legt darauf mehr Wert als es in der Vergangenheit gemacht wurde. Und das hat sich ausgezahlt: Mit dem Bundesrat Gnägi Marsch erreichte der MVD 80.75 Punkte landete damit prompt auf dem 2. Platz! Damit hat niemand gerechnet. Entsprechend gross war die Freude!

Nun war endlich der Zeitpunkt gekommen, an dem sich der Fokus von der Musik auf den geselligen Teil verschob. Dieses Jahr hatte der MVD auch noch einen Veteranen zu feiern: Markus Lagler an der Trompete ist nun seit 35 Jahren dabei. Das muss gefeiert werden: An der offiziellen Veteranenehrung huschen seine RegisterkollegInnen geschwind auf die Empore der Festhalle und blasen gekonnt eine Fanfare. Der MVD sowie die anderen MusikantInnen und insbesondere unser Veteran zeigten sich begeistert. Und etwas wurde allen wieder einmal klar: Das Schönste ist es, zusammen Musik zu machen und Generationen zu verbinden. Das hat dieser sonnige Sonntag erneut unter Beweis gestellt. Der MVD freut sich bereits jetzt auf die nächste Ausgabe dieses tollen Wettbewerbs und gratuliert den Organisatoren in Embrach zur gelungenen Durchführung.







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